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English Sigfrid Karg-Elert Edition, Vol.1 Elke Voelker spielt an der Wilhelm-Sauer-Orgel des St.Petri-Domes, Bremen (IV/98, 1894/1996) Inhalt Chaconne (35 Variations on a Basso Ostinato) and Fugue trilogy with Choral, op.73 Sinfonie fis-Moll, op.143 DDD 24bit-recording; Booklet: 28 Seiten (deutsch, english, français), 9 Abbildungen; Gesamtspieldauer: 68 min 28 s AEOLUS-CompactDisc, 1999 Best.-Nr. AE-10121 EAN: 4026798101213 Rezensionen Karg-Elert Gesellschaft - CD Besprechung von Oliver Hilmes " Diese Klänge können süchtig machen! Man könnte darüber hinaus über die geradezu luxuriös ausgestatteten Booklets ins Schwärmen geraten und das große Können der Solisten bewundern. Ich fasse mich kurz: Kaufen! " Den Liebhabern audiophiler Leckerbissen ist das Label Aeolus des Korschenbroicher Tonmeisters Christoph Martin Frommen ein Begriff. Aeolus steht für außergewöhnliche Programmgestaltung, interessante Interpreten, hochwertige Verarbeitung - kurzum: für ganz wunderbare Tonträger. Und so sind die drei vorliegenden CDs mit Orgelmusik Sigfrid Karg-Elerts nicht nur wichtige, sondern auch einfach sehr schöne Veröffentlichungen. Die Organistin, Germanistin, Publizistin, Schulmusikerin und Musikwissenschaftlerin Elke Völker hat sich für ihre Einspielungen Karg-Elerts „Ultimate Organ Works" ausgesucht. Diese Überschrift gibt zunächst Rätsel auf. „Ultimate Organ Works" im Sinne von „Spätwerke" werden wohl kaum gemeint sein, schließlich stehen Kompositionen aus einer frühen Schaffensperiode (z.B. op. 73) neben solchen aus den letzten Lebensjahren des Komponisten (z.B. op. 143). Somit bedeutet „Ultimate" wahrscheinlich „endgültig" oder „ultimativ", womit die Werkauswahl allerdings angreifbar wird. Zwar sind „Sanctus" und „Pastorale" für Violine und Orgel (op. 48B) sowie die „geistlichen Gesänge" aus op. 66 ausgesprochen klangschöne Tonschöpfungen Karg-Elerts - aber wohl kaum „ultimative" Werke wie etwa die ebenfalls eingespielte Sinfonie fis-moll (op. 143). Doch genug der Wortklauberei. Elke Völker hat mit der Wahl ihrer Instrumente eine glückliche Hand bewiesen. Über die Sauer-Orgel im Bremer Dom muss man kaum mehr schreiben; seit Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Herbst 1996 entstanden dort zahlreiche Einspielungen, die von der Schönheit und vom Zauber dieser Orgel künden. Die 1912 erbaute Stahlhuth- Orgel der Martinskirche im luxemburgischen Dudelange ist allerdings noch ein Geheimtipp. Nach einer behutsamen Restaurierung durch die Firma Thomas Jann (Allkofen) präsentiert sich das viermanualige Instrument als orchestrales Meisterwerk. Neben einem vollständigen Gambenchor (vom 16' bis zurTerzgamba 1 3/5') berauschen zahlreiche Solostimmen sowie 23 (!) Zungenregister. Beide Orgeln -die Bremer und die Luxemburger - dürfen wohl als sehr gute bis perfekte Karg-Elert-Instrumente gelten. Elke Völker ist unzweifelhaft eine begnadete Organistin. Technische Schwierigkeiten scheinen für sie kaum zu existieren, sie spielt hochvirtuos und anpackend. Dabei hat sie ganz klare Vorstellungen vom Aufbau der komplexen Kompositionen, entwickelt überzeugende Spannungsbögen und versieht die Stücke mit ihrer eigenen Signatur. Gelegentlich - und dies sei nicht verschwiegen - wirkt Völkers übermäßiges Tempo rubato etwas ermüdend. Den motorischen Passagen (beispielsweise in der Fuge des sinfonischen Chorals „Jesu, meine Freude") geht dann die Luft aus. Aber dies ist letztendlich eine Frage des Geschmacks, was auch für die recht indirekte Aufnahmesituation gelten mag. Es ist Elke Völkers Verdienst, dass die vorliegenden CDs selten aufgeführte Werke in ihren Originalfassungen präsentieren. So gesellt sich am Ende der „Ersten sinfonischen Kanzone" (op. 85, 1) eine Trompete zur Orgel, der Epilog der „Dritten sinfonischen Kanzone" (op. 85, 3) wird gar von vier Frauenstimmen und einer Violine versüßt. Diese Klänge können süchtig machen! Man könnte darüber hinaus über die geradezu luxuriös ausgestatteten Booklets ins Schwärmen geraten und das große Können der Solisten bewundern. Ich fasse mich kurz: Kaufen! Rezension im Original laden ORGAN - Journal für die Orgel 3/03, (Schott) Mainz, S.62 CD Besprechung von Wolfgang Valerius Rekurriert man allein auf die Entstehungszeiten der beiden hier eingespielten Werke – die um 1908 entstandene Chaconne and Fugue Trilogy with Choral (op. 73) und die Sinfonie fis-Moll für Orgel solo (op. 143) aus dem Jahr 1930 – dann wäre der CD-Titel im Sinne von „letzte Werke“ oder „Spätwerke“ zu kurz gegriffen, wenn nicht gar falsch, da Opus 73 doch eher ein Frühwerk Karg-Elerts für Orgel darstellt, vermutlich gar vor sein berühmtes Opus 65 zu datieren ist. Gleichwohl wären beide Werke als krönende „ultimative“ Schöpfungen ihrer jeweiligen Gattung – der Variationsform (Chaconne) sowie der Orgelsinfonie anzusprechen. Die beiden titanesken Werke der spätromantischen Orgelliteratur muten wie ein kolossales Aufbegehren einer zu Ende gehenden Kultur- und Musikepoche an, wie ein ultimatives Aufbäumen einer bis an die Grenzen ausgereizten Tonalität, einer ins Monumentale gesteigerten romantischen Empfindungskraft. Beiden Werken fremd indes ist die für Karg-Elert typische stimmungsvoll-impressionistische Klangmalerei – à la Opus 72; auch sucht man hier vergebens plakativ-burleske Pretiosen. Hier hat der Komponist zwei Werke von eminenter Bedeutung geschaffen, die ihn endlich – wie es im Booklet treffend heißt - „aus dem Schatten eines erdrückenden Reger-Kults“ rücken könnten – vorausgesetzt, es finden sich bald mehr Interpreten, die sich ihrer annehmen werden. Wie einst der Pionier in Sachen Karg-Elert, Wolfgang Stockmeier, so nimmt sich nun Elke Völker in quasi zweiter Generation mit technisch bravouröser Meisterschaft seiner Werke an. Waren die Interpretationen zu Anfang noch bestimmt von einem Musizierstil, dem jegliche „Empfindung“ fremd zu sein schien, so ist heute die „persönliche Musizierton“ gerade in Hinblick auf die psychologisch hyperfragile Musik der (Spät-) Romantik unentbehrlich. Vor allem in der Sinfonie überzeugt die Interpretin mit langen musikalischen Bögen und klaren Gestaltungsideen. Lediglich die Tempi in Opus 73 hätten insgesamt etwas forscher, drängender sein dürfen, um dem Ganzen mehr Stringenz und auch „Drive“ zu geben. Hier waren der Interpretin u.U. seitens der Pneumatik des großen Bremer Sauer- Instrumentes jedoch gewisse Grenzen gesteckt. Ansonsten steht mit diesem restaurierten Instrument aus der Zeit Karg-Elerts ein ressourcenreiches farbiges Darstellungsmedium dieser Musik zur Verfügung. Und dank einer soliden Aufnahmetechnik, die zwischen Orgel und Raum bestens ausbalanciert ist, kommen auch feinste Klangnuancen befriedigend zur Geltung. Überhaupt bestechen bei dieser Einspielung Klarheit und dynamische Ausgewogenheit der Orgel, die weder im Grundstimmenfundus nebulös-mulmig noch aufdringlich-aggressiv im Tutti klingt. Eine empfehlenswerte, gut aufgemachte CD für jeden eingefleischten „Kargianer“ und solche, die es werden wollen. Zurück
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elke voelker Ph.D.
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